HEIZEN

23.11.12



Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Post meine Reaktion auf zwei von Erkältung geprägten Wochen ist. Das ist durchaus möglich und in dieser Hinsicht habe ich auch nicht vor mich dafür zu entschuldigen. Es sollte aber vornweg genommen werden, dass ich hier keine moralischen, ethischen oder sonstigen Gefühle irgendwelcher Spezies verletzten möchte.
Falls ich das doch tue, könnt ihr mir entweder einen deftigen Kommentar da lassen (ich werde sicher damit umgehen können, keine Sorge) oder aber euch darüber aufregen, dass die Menschenrechte in Europa mir die Freiheit erlauben dieses Stück Text hier friedefreudig ins Netzt zu setzten.

Da dies nun geklärt oder zumindest erwähnt wäre, fahre ich fort:
England ist ein sehr interessantes Land. Nicht nur was seine Geschichte, Kultur, Tradition oder sein lustiges Volk angeht, nein auch wenn es zum Thema Umweltschutz kommt.
England ist nämlich, wie die meisten europäischen Länder, mittlerweile auch zu dem Schluss gekommen, dass der Planet Erde ja eigentlich doch ganz reizend ist und sie ihn auch ganz gerne mitretten würden.
Ansich ist das ja überhaupt kein Problem, nein ich mag diese Entscheidung wirklich sehr gerne.
Meine Umwelt ist mir nicht egal.
Aber meine Gesundheit irgendwie auch nicht.

Jedenfalls habe ich hier folgendes erlebt:
Meine Gastfamilie (an dieser Stelle muss ich zusätzlich erwähnen, dass ich meine Gastfamilie unglaublich gerne mag und es hier sehr gut getroffen habe. Es geht mir nicht darum diese äusserst zuvorkommenden, liebevollen, höflichen und geduldigen Menschen in ein schlechtes Licht zu rücken) hat eine, für mich Alpenländchenbewohnerin, sehr eigenartige Art ihr Haus zu heizen.
Abends gegen fünf Uhr werden die Radiatoren im ganzen Haus plötzlich heiss und alle Räume werden erfüllt von einer wohligen Wärme. Wunderschön ist es dann mit einer Tasse Tee im Wohnzimmer zu sitzen, während es draussen wie aus Kübeln schüttet.

Gegen neun Uhr abends ist der ganze Spass dann aber schon vorbei:
Die Heizung ist mit einem Male aus.
Was das für mich Alpenländchenbewohnerin, welche nachts an Raumtemperaturen von mindestens 18 Grad Celcius gewohnt ist, genau heisst: In der Nacht wird gefroren.
Die Wärme bleibt nämlich nicht lange.
Ich habe den Verdacht, dass englische Häuser nicht die selbe Art von Isolation haben wie die Häuser, die ich mir Zuhause gewohnt bin.
Jedenfalls ist mein Zimmer immer zugig, besonders nachts. Der Raum kühlt ziemlich schnell ab.
Nein, ich habe die Raumtemperatur nie gemessen. Ein Termometer würde mich entweder schockieren oder aber mir beweisen, dass ich ein Weichei bin.
Jedenfalls schlafe ich jede Nacht mit drei Decken. So ist es wunderbar gemütlich.
Wenn ich des morgens dann aber aufwache, ist meine Nase entweder verstopft oder übelst am Laufen.
Eine Weile habe ich das ja ausgehalten. Dann hat mich jedoch trotz aller warmen Socken, Tee und Morgenmänteln eine Erkältung ins Bett gehauen und irgendwie werde ich, obwohl ich die Erkältung los bin, meinen Schnupfen und Husten einfach nicht los.
Irgendwie seltsam.

Nun, die Idee finde ich eigentlich ganz gut: Die Heizung nur ein paar Stunden laufen lassen um Heizöl zu sparen. Das erspart unserem Planeten so einiges. Und es spart Geld.
Aber irgendwie friere ich halt doch jeden Morgen.
Wie ich schon im Post AUFDONNERN erwähnt habe, scheinen die Engländer jedoch sowas wie ein Gen zu haben, welches sie Kälteresistent macht. Meine Gastfamilie friert nämlich morgens nie.
Sie sind übrigens nicht die Einzigen, die so eigenartig heizen: Ich habe andere Studenten getroffen, die das auch erleben und seltsam finden.
Solange die Gesundheit der Familie dabei gut bleibt kann es ja nicht allzu schlimm sein. Bekanntlich sind kühle Räume besser um gut zu schlafen.
Ich frage mich nur wie das Gemäuer des Hauses in ein paar Jahren aussehen wird. Aber vielleicht haben sie in England ja wirklich eine Zauberformel für Kälteresistenz.
Ach, das wäre was für mich.

Ich werde mich jetzt also unter meine drei Decken kuscheln und wünsche bei 4 Grad Celcius Aussentemperatur gute Nacht!

Ihr könnt mir jetzt übrigens auch per E-Mail folgen.
Oder ihr könnt es lassen.

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