Das erste Mal

6.3.13




Das Spiel mit den Erwartungen des Lesers - es ist immer wieder ein Spass.
Ich werde euch jetzt nicht dazu zwingen zuzugeben, dass ihr alle an etwas Versautes gedacht habt.
Immerhin habe ich es ja darauf angelegt. Schon unangenehm von einem Titel hereingelegt zu werden, nicht wahr? Was so ein paar Buchstaben doch nicht alles zu suggerieren vermögen...
Wenn ihr euch damit auskennt, dann wisst ihr, dass es ganze Theoriebücher darüber gibt, wie diese 26 kleinen Freunde sich miteinander verabreden können. Wenn ihr es nicht wisst, dann habt ihr jetzt wenigstens einmal davon gehört.

Meine Titelwahl ist aber eigentlich wirklich sehr passend (jawohl, in der Tat!). Bekanntlich ist ja immer einmal das erste Mal und wie ich schon in STUDIEREN angekündigt habe, werde ich euch jetzt, da ich meine zukünftigen Wochen mehr oder weniger studierend verbringen werde, regelmässig mit Universitätsgeschichten unterhalten (ich kann nicht sagen langweilen, denn sonst würdet ihr das hier ja nicht immer alles lesen). Dieser Post widmet sich also meinem erste Mal, meinem ersten Tag als Vollblut-Studentin!

Begonnen hat der ganze Spass am 18. Februar. Ehrlich, ich hatte mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd (Es gibt sie! Es gibt die Menschen, die sich auf ein Studium freuen)! Schon mit fünf war mein Plan für die kommenden Jahre: Öde Schule hinter mich bringen, noch öderes Gymnasium ertragen und dann... an die Universität! Ich liebe Universitätsgebäude seit ich denken kann. Die haben mir einfach schon immer mehr zugesagt als Kirchen.
Aber ich komme vom Thema ab.

Wie das so ist beim ersten Mal, verlief alles ein bisschen chaotisch. Da ich aufgrund meines Englandaufenthalts (den man hier unter dem Label "England" nachlesen kann) nicht so ganz regulär wie 99% aller anderen Studenten im Herbstsemester begonnen habe, hatte ich mit einigen Informationslücken zu kämpfen.

So gab es für mich unter anderem keine Begrüssungs- oder Einführungsveranstaltung. Das wäre ja noch in Ordnung gewesen... ich habe zwar Weltherrschaftsabsichten, aber noch bin ich bescheiden genug um auf eine Einführungsveranstaltung für mich allein verzichten zu können.
Nein, viel ärger war die Tatsache, dass meine überaus reizende Fakultät mir nicht mitzuteilen gedachte, was zum Henker in meinen Stundenplan gehört.

Dass ich den selber zusammenstellen muss war mir schnell klar, ist auch keine Sache... wenn man schon so frei ist, beschwert man sich ja nicht... Aber ich hatte nicht die geringste Ahnung, welche Veranstaltungen obligatorisch wären.
Irgendwelchen herunterladbaren Dokumenten im Internet konnte ich das auch nicht entnehmen, da sie entweder nicht existierten oder wenn, auf einer mir unverständlichen Sprache (wofür war ich Englisch lernen, wenn die dann nichts auf Englisch aufschreiben?!)

Nach zahlreichen Versuchen mit dem Dekanat Kontakt aufzunehmen und null Antwort (Semsterferien waren wohl das Zauberwort...), hatte ich die Nase voll und stellte mir einen Plan zusammen, der ganz einfach auf genügend Credit Points kommt.
Die kontrollieren ja eh nur die Punkte.
Die ollen Module sind mir im Moment herzlich egal.

Die drei letzten Hürden, nämlich Bücherbeschaffung, Suche nach den richtigen Zimmern am ersten Tag und das "normal wirken" am ersten Tag, waren im Vergleich zu meinem Stundenplankampf ein Klacks.

Ich habe an dieser Stelle keine peinliche Geschichte auf Lager. Ich bin nicht in ein Klassenzimmer gestolpert, ich habe keine Bücher auf dem Flur verloren und ich habe in der Mensa auch nicht meinen Teller fallen lassen. Ich verhielt mich an diesem ersten Tag, entgegen meiner Tollpatsch-Natur, äusserst geschickt. Hier gibt es also nichts zu lachen und keine Schadenfreude.
Mir doch egal, dass ihr jetzt enttäuscht seid!

Die Universität war genau, wie ich sie mir schon mit fünf ausgemalt und erträumt hatte und dementsprechend schwebte ich auf Wolke Sieben. Ja, ich sagte schon in einer Klammer, dass es sie gibt - Leute, die sich auf ihr Studium freuen.
Wie lange meine Freude andauern wird, kann und will ich nicht prophezeien.
Nach fast drei Wochen bin ich jedenfalls noch immer zufrieden.

Nur war vielleicht die Wahl meiner Studienfächer nicht so das Wahre.
Ich habe meinen ersten Punkt auf der Wunsch-Studienfächer-Liste wahr gemacht und musste feststellen, dass der Zweite vielleicht doch eher etwas für mich gewesen wäre.
Aber noch bin ich nicht ganz sicher.
Wechseln kann ich noch lange genug.
Jedoch ganz sicher nicht die Universität und schon gar nicht an eine Hochschule.

Was ich studiere?
Ihr dürft gerne raten!
Ihr seid zu faul? Das dachte ich mir!

Kunstgeschichte und Deutsche Literaturwissenschaft.
Wo?
Na, das wüsstet ihr wohl gerne.

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