Von der Schülerin zur Studentin

4.3.13


Was unterscheidet eigentlich einen Studenten von einem Schüler und warum im Namen aller mehr oder weniger Heiligen tut sich jemand nach neun Jahren obligatorischer Schule noch fast zehn weitere an?
Eine lange Frage.
Wer nach einer Antwort verlangt, sollte an dieser Stelle dranbleiben, allen anderen wünsche ich weiterhin schöne Langeweile.
Langeweile sollte nun eigentlich nicht das Stichwort sein. Warum also entschliesst sich sonst jemand zu einem Studium (es ist nun mal allgemein verpönt im 21. Jahrhundert etwas aus "Langeweile" zu tun)?
Ganz allgemein gibt es dafür drei Gründe, welche als gesellschaftsfähig gelten:

1. Aus Interesse (50% der Studierenden werden das behaupten)
2. Weil man ganz einfach nach der 9. Klasse noch keine Lust hatte arbeiten zu gehen und daher das Gymnasium angehängt hat. Da im Alpenländchen eine Matura genauso wertlos ist wie Monopolygeld, muss man danach zwangsläufig auf eine weiterführende Schule gehen - ob Universität oder Hochschule darf man dabei, oh danke!, wählen (immerhin 49,9% der Studierenden werden das als Grund angeben).
3. Weil man mit einem Universitäts-/Hochschulabschluss ordentlich Knete verdient (knappe 0,1% der Studierenden werden das zugeben und davon sind wohl rund 99% an der Naturwissenschaftlichen oder Rechtswissenschaftlichen Fakultät eingeschrieben).

Jawohl, durchaus drei gute Gründe.
Welchen ich angeben würde? Das kann euch aber wirklich so etwas von egal sein.
Und nein, ich habe keine Quelle, was meine Prozentangaben angeht. Die sind hemmungslos gefälscht, beziehungsweise erfunden, worden. Was ihr glaubt ist wie immer euer Problem.

Nachdem wir nun den zweiten Teil der langen Frage beantwortet haben, schreiten wir fort dazu den Ersten zu bearbeiten: Was unterscheidet einen Studenten von einem Schüler?

Was diese Frage angeht, so kann ich diese nur mit meiner eigenen Erfahrung beantworten. Ich war nie an einer Hochschule und ich war auch nie an einer Hochschule oder Universität im Ausland. Ich kenne als de facto nur die Lage betreffend eine einzelne Universität im Alpenländchen.
Wenn euch das sowieso egal ist, dann könnt ihr jetzt weiterlesen.

Studenten unterscheiden sich von Schülern dadurch, dass sie "freier" erscheinen.
Dies äussert sich durch die 5 Hauptmerkmale:

1. Studenten bekommen keine Hausaufgaben, sie sind selber dafür verantwortlich ob sie Vorlesungen und Seminare vorbereiten, wenn sie es nicht tun, interessiert das genauso wenig jemanden wie wenn sie es tun.
2. Studenten mancher Fakultäten können sich ihren Stundenplan selber zusammenstellen und Sport muss er nicht enthalten (ich vergesse immer die Sportstudenten... ihr dürft mir gerne widersprechen, vielleicht lese ich es mir durch).
3. Studenten haben in der Regel 1 Stunde Mittagspause (nehmt das ihr Sklaventreiber, die ihr mir im Gymnasium nur 30 Minuten gegeben habt!).
4. Studenten haben Zeit für Nebenjobs weil lästige Prüfungen erst Ende Semester anfallen.
5. Studenten dürfen lernen, was sie interessiert.

Damit will ich eigentlich sagen: Wer die Schule gehasst hat, muss nicht zwangsläufig die Universität hassen. Wer nach der obligatorischen Schulzeit arbeiten geht, weil er keine Lust mehr auf lästige Lehrer hat, vergisst, dass er einen lästigen Chef haben wird, Studenten aber einen Professor, der sich nicht mal ihren Namen merken kann.

Lasst euch also ruhig nochmals die drei gesellschaftsfähigen Gründe für die Aufnahme eines Studiums durch den Kopf gehen. Lohnt sich vielleicht!
Aber wie gesagt: Ich kann nur fürs Alpenländchen sprechen.
Und ich will hier auch nicht dazu aufrufen, dass man Arbeit nicht in Erwägung ziehen sollte. Der Hauptnachteil am Studenten-Dasein ist nämlich die Tatsache, dass man keine Knete verdient. Punkt drei der gesellschaftsfähigen Gründe für die Aufnahme eines Studiums bleibt lange Zeit in weiter Ferne.

Aber es kann ja nicht alles rosarot sein. Wäre doch furchtbar langweilig.
Dafür kann ich euch jetzt sinnlose Universitäts-Anekdoten erzählen, wann immer ich will.
Die erste folgt bald, ich habe ja vor erst kurzer Zeit meinen ersten Tag als Vollblut-Studentin absolviert.

Seid gewarnt! Ich habe genug Zeit.
Ich studiere an der Philosophischen Fakultät.

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