Paris mon amour

13.6.13


Was hat Paris, das Berlin, Wien, Rom oder Zürich nicht haben?
U-Bahn Stationen, die nach Urin riechen.
Autofahrer, die bei Rot mit 80 über Fussgängerstreifen rasen.
Alle drei Meter Hundekot auf dem Gehsteig.

Wenn man aber noch einmal genauer darüber nachdenkt, dann fällt einem auf, dass in Rom die Autofahrer mit 100 bei Rot über den Fussgängerstreifen rasen. In Berlin riecht es in der U-Bahn nach Kanalisation und in Zürich dürfen die armen Hunde ja kaum eine Pfote auf den Boden setzten.

Paris hat einfach seinen ganz eigenen Charme.
Da gibt es den Louvre, den Eiffelturm, Versailles, unzählige kleine Geschäfte in verwinkelten Gässchen, Cafés und die Pont Neuf.
Warum Paris als die Stadt der Liebe gilt, ist auch schnell ersichtlich, wenn man all den Asiatischen Pärchen begegnet, die vor dem Eiffelturm noch einmal kurz ins Hochzeitskleid und den Smoking schlüpfen um eine Liebes-Fotosession abzuhalten.
Ich fragte mich dabei, ob sie wissen, dass der gute alte Turm im Zweiten Weltkrieg als Funkmast und Ausguck für die Nazis diente.
Ein wahrlich romantisches Wahrzeichen.




Nein, ich komme nicht umhin zu gestehen, dass ich Paris sehr gerne mag. Lieben wäre zu viel gesagt. Ich kann ja schliesslich Berlin nicht mir Paris betrügen. Das wäre dann doch gegen meine Moral.
Jedenfalls habe ich letzte Woche 4 wunderschöne Tage zusammen mit meinem Monsieur in der französischen Hauptstadt verbracht.

Wir besuchten die berühmtesten Touristenattraktionen und verbrachten einen Tag in Versailles. Den letzten Tag verbrachten wir auf einer ausgedehnten Shoppingtour.
Unser Hotel befand sich mitten im Quartier Latin. Es war etwas klein und ich hätte es mir noch etwas sauberer gewünscht, da es aber wirklich nicht alle Welt kostete, war Gejammer und Gemotze fehl am Platze und wir machten es uns so gemütlich wie möglich. Eigentlich war es ganz kuschelig.




Am ersten Tag unternahmen wir einen Spaziergang vom Quartier Latin zur Notre Dame und weiter zum Louvre. Der zweite Tag stand weiterhin ganz im Zeichen der Touristenattraktionen: Invalidendom, Eiffelturm, Moulin Rouge und Arc de Triomphe wurden von uns besucht.
Im Invalidendom verbrachten wir einige Zeit und ich war begeistert.
Schon als Kind faszinierte mich Napoleon Bonaparte. Umso begeisterter war ich, als wir im Militärmuseum eine ganze, ihm gewidmete, Ausstellung zu Gesicht bekamen. Sie hatten sogar seine Kleidung!
Sein Grab finde ich zwar zu übertrieben gross für einen Mann von seiner Körpergrösse, aber es war doch ziemlich interessant anzuschauen.
Jedenfalls verliess ich den Invalidendom als glücklich grinsende Touristin mit Napoleon-Fieber.




Den dritten Tag widmeten wir Versailles. Es war schon immer ein Wunsch von mir gewesen dieses stattliche Anwesen des französischen Sonnenkönigs einmal im Leben aus der Nähe zu betrachten.
Wir verbrachten den ganzen Tag auf dem Gelände und besuchten nicht nur das Hauptschloss und den Garten, sondern auch das Grand Trianon, Petit Trianon, Marie-Antoinettes Anwesen und das Hameau de la reine. Meine Füsse fühlten sich abends durchgetreten an, aber es hatte sich definitiv gelohnt.






Besonders angetan hatte es mir das Grand Trianon. Nun, kein Wunder. Napoleon hatte es eine Zeit lang bewohnt - meine Zuneigung hatte also ihre Gründe.




Das Hameau de la reine war dafür zum Favoriten meines Monsieurs geworden. Ein Stück Landschaft, das jedem Bilderbuch Konkurrenz machen könnte.




Den vierten und letzten Tag verbrachten wir, wie schon erwähnt, auf einer Shoppingtour.
Wir kauften Souvenirs ein und besuchten zu meiner grossen Freude den Laden von Baby The Stars Shine Bright und Angelic Pretty. Dort muss einfach jedes Lolita-Herz höher schlagen!
Im Laden von Angelic Pretty gab es auch ein paar secondhand Artikel. Ich schlug gleich zu und kaufte mir ein Atelier Pierrot OP.
Der Tag war also genauso erfolgreich wie die drei vorhergehenden und gegen sechs Uhr abends sassen wir dann erschöpft im TGV zurück ins Alpenländchen.

Paris hatte sich trotz des Uringestanks, Hundekots und der wilden Autofahrer gelohnt.
Mein Monsieur und ich erreichten gegen zwölf Uhr nachts erschöpft aber zufrieden und verliebt unser Zuhause.

Magst du vielleicht auch

0 Kommentare