Selbstgemacht: Zeit für Tee

28.6.13


Auch wenn ich mich damals im Post "VERSPEISEN" eher kritisch über die englische Küche geäussert habe, hatte ich letzte Woche doch auf einmal wieder Sehnsucht nach dem Königreich auf der Insel und beschloss für die liebe laquaza und mich eine kleine Tee-Party zu veranstalten.

Zu diesem Anlass und auch weil ich das schöne England wirklich ein bisschen vermisste, hatte ich mich, bevor ich los buk ein bisschen in die Geschichte des Tees und des Tea Times in England eingelesen.

Was ich schlussendlich servierte war ein so genanntes Afternoon Tea oder auch Low Tea. Der Nachmittagstee wird in der britischen Teekultur nach bestimmten Regeln serviert und ich versuchte mich so gut wie möglich an jene zu halten, die ich während meines Aufenthaltes in England beigebracht bekommen hatte.

Zu einem typischen Afternoon Tea, welches zwischen 15 und 17 Uhr serviert wird, gehört natürlich allem voran der Tee. Die Briten konsumieren jährlich pro Kopf etwa 2,3 Kilogramm Tee - ich wage zu behaupten, dass der Grossteil davon Schwarztee sein dürfte.
Während meiner Zeit im britischen Königreich trank ich Unmengen von Schwarztee und es gab keinen Abend, an dem mein Gastvater nicht ohne seinen cup of black tea zu Bett ging.

Ich besorgte also als erstes Earl Grey Schwarztee. Die Teeblätter werden nach englischer Art ganz einfach mit heissem Wasser in der Teekanne übergossen. Da die Teeblätter in der Kanne bleiben, wird der Tee immer stärker - ein Grund, weshalb die Briten ihn gerne mit Milch trinken. Milch mildert den bitteren Geschmack des Schwarztees.

Was die Milch im Tee angeht, so gibt es im Königreich schon länger zwei Parteien: Nämlich jene Teetrinker, die behaupten, dass man zuerst die Milch und dann erst den Tee in die Tasse gibt und jene Teetrinker, die sich für das Gegenteil aussprechen. Die Queen gehört übrigens zu den Verfechterinnen von "Zuerst Milch und dann Tee".
Nachdem ich während meiner kleinen Teeparty beide Arten ausprobiert hatte, musste ich zugeben, dass ich mich auf die Seite Ihrer Majestät schlage was diese Frage betrifft.

Zu einem Afternoon Tea gehört aber nicht nur Tee, sondern auch Scones. Diese kleinen, süssen Brötchen reicht man mit Butter und Marmelade. Werden nur diese mit Tee serviert, spricht man von einem Cream Tea.


Um von einem Afternoon Tea sprechen zu können, backte ich auch noch ein paar Cupcakes und machte Sandwiches nach englischem Rezept. Dazu schneidet man weisses Toastbrot in streifen, bestreicht es mit Butter, würzt es mit Pfeffer und Salz und klemmt dazwischen Gurken, Lachs, Schinken oder Eier.

Meine Lieblinge sind die Lachs-Sandwiches.



Die Rezepte für Scones, Cupcakes und die Sandwiches hatte ich alle aus dem Internet.
Das ganze ist auch eigentlich ein Kinderspiel - ich stand zwar eine Weile in der Küche, aber es wurde alles schmackhaft und sah einigermassen gut aus, auch wenn ich nicht die grösste Kochheldin bin.

Jedenfalls fühlte ich mich nach der fünften Tasse Tee dem lieben England wieder etwas näher und hatte nicht mehr allzu arges Fernweh.
Oder wie die Engländer schmunzeln würden:

Keep calm and make a cup of tea, dear.

Magst du vielleicht auch

0 Kommentare