Zeichnen gegen die Zeit

8.12.13

Schamlos geklaut (und etwas gestutzt) bei:
http://blogrovic.blogspot.ch/2013/11/24h-comic-meow-meow-pft-pft.html

Das Wochenende vom 19. und 20. Oktober 2013 nutze ich um mich endlich wieder einmal mit einem Stift bewaffnet auf weissem Papier auszutoben. Ich habe am 24 Stunden Comics 2013 in Winterthur teilgenommen.
Stattgefunden hat das Event in der Alten Kaserne im Herzen von Winterthur und wie der Name schon sagt, war es Ziel 24 Stunden am Stück an einem Comic zu zeichnen.
Orientieren tut sich das ganze an den 24 Stunden Comics Richtlinien von Scott Mc Cloud wonach es Ziel ist in 24 Stunden einen 24-seitigen Comic mit je mindestens 4 Panels pro Seite zu zeichnen. 
Gewinnen konnte man nichts, Spass machte es trotzdem. 
Ich habe vor allem teilgenommen um wieder einmal zum Stift zu greifen, was ich davor viel zu lange nicht mehr getan hatte. 
Der 24 Stunden Comics ist eine gute Gelegenheit sich wieder einmal einem kreativen Projekt zu stellen, ausserdem steht man unter zeitlichem Druck, was Leute wie mich viel eher zu einem Produkt bringt. 



Schamlos geklaut bei: http://blogrovic.blogspot.ch/2013/11/24h-comic-meow-meow-pft-pft.html
Guckt euch diesen Blog unbedingt an! Lohnt sich!
 

Die Uhr tickt unablässig, die Hand beginnt zu Schmerzen, aber es macht ach so viel Spass!
60 Zeichnerinnen und Zeichner waren wir, manche wie ich blosse Hobby-Zeichner/innen, andere schon länger professionell tätig. Von Konkurrenz keine Spur - warum auch? Es geht ja nur darum beisammen zu sein, sich auszutauschen und gemeinsam einer Leidenschaft zu frönen. 

Am 19. Oktober trudelten wir alle gegen 12 Uhr Mittags in der Alten Kaserne ein. Wir durften uns einen Platz aussuchen, ein Tisch mit Lampe und Steckdose wird jedem Zeichner zur Verfügung gestellt, und wurden instruiert. 24 Stunden für 24 Seiten - Go! 

Während der ganzen Zeit stand uns eine Kaffeemaschine zur Verfügung, wir wurden mit Getränken, Snacks und gegen sieben Uhr sogar mit einem warmen Abendessen bei Laune gehalten. Im Keller des Gebäudes gab es ausserdem einen Raum in dem man sich zum Schlafen zurückziehen konnte, wenn man es gar nicht mehr aushielt und die Augen einem während des Zeichnens immer wieder zu fielen.
Ausserdem: (jawohl, äusserst wichtig!)  Gratis Wifi! 




Auch ich musste gegen ein Uhr nachts schliesslich gebrauch von dem Schlafraum machen und war für gut sechs Stunden weg. Als ich gegen sieben Uhr morgens aufwachte und zurück zu meinem Zeichenplatz ging, waren manche schon fertig mit ihren 24 Seiten. 
Ich scheiterte ehrenvoll - da ich so lange geschlafen hatte und auch zuvor nicht sonderlich gestresst hatte, war ich nicht auf die vorgegebene Anzahl Seiten gekommen.
Ich hatte aber endlich wieder einmal gezeichnet, endlich wieder einmal etwas gemacht, etwas auf Papier gebracht und das allein genügte mir schon. 




Der 24h Comic war die ganze Zeit über zugänglich für die Öffentlichkeit. Einige Leute kamen vorbei um uns zuzuschauen und suchten teilweise auch das Gespräch mit uns. Ich wurde einige Male gefragt, was ich da überhaupt zeichne und mein Comic wurde auch gelesen. Das machte schon ziemlich Freude, dass sich manche Leute so dafür begeisterten. 

Aber auch unter uns Zeichnern herrschte eine super lockere Stimmung. Interessant war es natürlich den Profis über die Schulter blicken zu können, ich machte reichlich Gebrauch von dieser Möglichkeit. 
Und auch sonst kam es zu witzigen und spannenden Gesprächen - natürlich desto fortgeschrittener die Nacht, desto tiefer das… nun ja, ihr werdet verstehen was ich meine. 




In den 24 Stunden reichte es nur für den Prolog der Geschichte, die ich im Kopf hatte. Übrigens eine Geschichte, die sich noch lange weiter ziehen und ausbauen liesse. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es sich tatsächlich für einen Comic eignet oder ob ich nicht viel mehr einen Kurzroman im Kopf hatte. 

Schreiben lag mir eigentlich schon immer mehr als zeichnen, aber versuchen wollte ich es trotzdem, daher machte ich mich daran den Prolog zu zeichnen.

Meine Geschichte betitelte ich mit Zenit, grob zusammengefasst geht es in dem Prolog darum, dass eine Gruppe von europäischen Forschern im Jahre 2045, also exakt 100 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, in der Antarktis südlich des 60. Breitengrades auf ein unbekanntes Objekt stösst. Im Verlauf des Prologs wird die Forschergruppe von dem unbekannten Objekt getötet - sie können aber noch einen Hilferuf per Funk absenden. 
Der UNO-Sicherheitsrat wird einberufen und diskutiert den Vorfall, als plötzlich eine junge Frau die Sitzung stört und die USA ihr unheimliches Wissen um die Vorfälle südlich des 60. Breitengrades auf dem Gebiet der Antarktis bekannt geben… 




Vielleicht nicht ganz das richtige für meinen doch eher feinen, femininen Zeichenstil, aber sei's drum. Immerhin hatte ich es endlich wieder einmal versucht. 



Zusammenfassend kann ich den 24 Stunden Comic nur empfehlen. Alle die gerne Comics, oder wie ich Mangas, zeichnen, sollten sich überlegen mal daran teilzunehmen. Es ist eine ganz andere Erfahrung mit Leuten zusammen in einem Raum zu sitzen und sich über seine Leidenschaft austauschen zu können als bloss alleine in seinem Zimmer vor sich hin zu kritzeln.
Comics-Zeichnen muss keine Beschäftigung sein die man in Einsamkeit vornimmt. 


Auch erinnerte mich das ganze stark an meine Zeit in der Schule für Gestaltung und auch wenn ich in dieser Schule oft an meine Grenzen gestossen war und sehr mit mir zu kämpfen hatte, so fand ich es doch wunderbar und der 24 Stunden Comic gab mir dieses Gefühl für einen Tag zurück. Ich hatte ganz vergessen während meines Zwischenjahres wie sehr ich Kunst und Kreativität, Farben und überhaupt das Gefühl wie meine Hand mit dem Stift über Papier gleitet und etwas dabei entsteht, vermisst hatte. 
Seither greife ich wieder etwas öfter zu meinem Skizzenbuch. 

Also: Ganz egal ob Laie oder Profi - der 24h Comic Marathon ist wirklich ein tolles Ding! 



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