Knopfaugen blicken mich an - Lolita Frühlingstreffen 2014 in Basel

11.6.14



Auch an unserem Lolita Frühlingstreffen, welches am 26. April 2014 in Basel stattfand, war uns die Sonne hold. Das Wetter war herrlich, wunderbar frühlingshaft und fast schon ein bisschen warm für das Outfit, welches ich mir ausgesucht hatte.

Wir trafen uns nach dem Mittag am Bahnhof in Basel und machten erst einmal ein paar Fotos auf einer Wiese nahe dem Bahnhof, da wir nicht sicher waren ob das schöne Wetter anhalten würde. Danach besuchten wir gemeinsam das Spielzeug Welten Museum Basel. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass dieses Museum ganz nach meinem Geschmack war. Nicht nur weil ich Museen liebe, nein ganz einfach weil ich Spielzeug mag. Ich mag an Lolita ja nicht allein die Tatsache, dass mir die Mode eine Möglichkeit gibt eine andere Seite meiner Weiblichkeit zu ergründen, sondern auch, dass sie je nach Outfit sehr niedlich und kindlich wirken kann. Lolita ist für mich nicht nur ein Reise in vergangene Zeiten, sondern auch eine Erinnerung an meine Kindheit und das Kind, das noch immer in mir steckt und ich niemals verlieren möchte. Jeder hat eine verspielte, neugierige Seite und mir persönlich ist es wichtig diese nicht zu verlieren. Man kann das Leben nämlich viel zu ernst nehmen.

Das Museum präsentierte sich auf mehreren Stockwerken und war randvoll mit allerhand Spielzeug. Es gab (wahrscheinlich) tausende Teddybären zu sehen, die uns aus ihren Knopfaugen hinter den Glasvitrinen anguckten, eine Menge Puppen und viele, viele wundervolle Puppenhäuser dazu. Die Puppenhäuser hatten es uns natürlich speziell angetan. Es gab dieses reizende Häuschen im Stil eines Hauses aus dem 19. Jahrhundert. Wir beschlossen dort drin unsere Lolita-WG zu gründen.




Witzig waren die Museumsbesucher, die uns erst für einen Teil der Ausstellung hielten und Fotos mit uns machen wollten. Ich staune immer wieder was Lolita in anderen Menschen auslösen kann. Ganz egal ob sie angewidert die Nase rümpfen und auf dem Absatz kehrt machen oder freudestrahlend nach einem gemeinsamen Foto fragen - ich bin fasziniert von dieser Wirkung, die Kleidung haben kann. Wenn Menschen mit einer Provokation konfrontiert werden, zeigen sie einen Teil ihres wahren Gesichts. Lolita ist definitiv eine solche Provokation, gerade in unserem Alpenländchen, wo die Mode noch nicht weit verbreitet ist. Man kann sehr viel über andere Menschen lernen, wenn man sich auf solche Momente der Konfrontation einlässt.

Nach dem Museumsbesuch waren wir alle furchtbar hungrig und durstig und liessen uns in einer nahegelegenen, sehr hübschen Crêperie verpflegen. Ich bestellte mir eine Crêpe mit Zimt und einen Kaffee. Das nächste Mal, wenn ich Basel besuche, muss ich unbedingt wieder in dieser Crêperie vorbeischauen. Sie ist sehr hübsch ausgestattet, die Bedienung trägt hübsche weisse Blousen und es gibt auch einen kleinen Shop in dem man Vintage-Sachen kaufen kann.




Nachdem wir uns die Bäuche ordentlich vollgeschlagen hatten, machten wir uns auf zum Münsterplatz um Fotos zu machen. Dort gab es einen kleine Zwischenfall - wir fanden einen verletzten Jungvogel und wussten nicht was wir mit dem armen Tier machen sollten. Ein netter Herr hat sich dann des Vogels angenommen. Wir frönten dann also erleichtert unserer Fotosucht und hatten dabei auch wieder ein paar Zuschauer. Ich glaube ich wurde noch nie an einem Tag von so vielen Touristen fotografiert.





Mit der bezaubernden Aya







Mit der reizenden Mara - Oh, yes we are
SO edgy! 

Als wir dann fast schon gehen wollten, weil der Nachmittag weit fortgeschritten war, tauchte auf einmal ein Brautpaar im Rolce Royce Oldtimer auf um Fotos beim Münster zu machen. Natürlich packten wir die Gelegenheit beim Schopf und fragten den Fahrer, ob wir Fotos mit dem Auto machen dürften. Er bejahte zu unserer Freude und machte ausserdem das Gruppenbild von uns. 
Definitiv ein Mann, der keine Angst vor der Konfrontation mit dem Kuriosen hat. Der gefiel mir!




Schliesslich war es dann doch schon ziemlich spät und wir machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof. Auch dieses Treffen war wieder sehr gelungen, an dieser Stelle ein ganz rosses Dankeschön an Mara, die es organisiert hatte. 

Ich hatte mich für dieses Treffen am Old School-Lolita Look orientiert und wollte dabei sehr schlicht bleiben. Das Outfit war nicht sehr passend für den Frühling, aber ich fühlte mich einfach zu wenig danach etwas Farbenfrohes zu tragen. Überhaupt bin ich auch im Alltag so, dass ich Kleidung ohne Drucke und Muster bevorzuge. Ich liebe Kleidung mit kleinen Details wie Rüschen oder Schleifen, aber ich kann wenig mit Drucken anfangen. Dieser Rock von Sweet Sakura ist mein erstes eigenes Lolita Stück mit einem Print. Diesen Katzen konnte ich nicht widerstehen. Und der schwarz-weiss Kontrast ist sowieso, seit ich denken kann, mein allerliebster Kontrast. Ich liebe die Wirkung, die entsteht, wenn das harte, mysteriöse, ja vielleicht etwas verruchte, Schwarz auf das zarte, unschuldige Weiss trifft. Ich hoffe, dass mein Outfit diese Idee vielleicht ein bisschen widerspiegeln kann. 


Outfit-Rundown:
Hut - H&M
Brille - Gucci
Bolero - Primark
Blouse - Innocent World
Rock - Sweet Sakura
Socken - Bodyline
Schuhe - Max Shoes


Zu dem Treffen brachte mir Mara noch meinen Teil unserer gemeinsame Qutieland-Bestellung mit und ausserdem ein Kleid, dass ich bei ihr, sie hat mittlerweile ihr eigenes Label Medusa Couture, bestellt hatte. Beides werde ich in einem nächsten Post etwas ausgiebiger vorstellen.

Bei diesem Treffen in Basel war mir einmal mehr bewusst geworden, welch eine Wirkung das Äussere haben kann. Es ist unglaublich wie Menschen nur aufgrund der Erscheinung übereinander urteilen. Natürlich kann ich nicht leugnen, dass ich genauso bin. Lolita-Mode ist nicht bloss ein Spiel mit Weiblichkeit oder dem Kind in mir. Sie gibt mir ab und an auch einen Einblick in andere Menschen und ich finde es faszinierend, wie manche Begegnungen verlaufen können. Dabei lernt man so viel über sich selber. Und abends geht man nach Hause und hat das Gefühl ganz viel Wunderbares gesehen zu haben. Dann hüpft das Kind in mir auf und ab und knuddelt seinen Teddybären, der es aus seinen Knopfaugen freundlich anschaut.




Spielzeug Welten Museum Basel - Offizielle Website

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