"Au board de la Sarine" - Ergebnisse des Fotoshootings "Lolita Portraits: Moderne Prinzessinnen"

5.7.14



Erinnert ihr euch noch an meinen Post Au board de la Sarine - Fotoshooting für "Lolita Portraits: Moderne Prinzessinnen"? Er liegt schon eine Weile zurück, aber vor einer Woche habe ich endlich meine besten Fotos von Natália Mansano erhalten. 
Ein paar davon möchte ich euch in diesem Post zeigen. Es sind drei darunter, die mir sehr gut gefallen - ich wusste gar nicht, dass ich so aussehen kann! 

Das eine oder andere gefällt mir etwas weniger, was immer daran liegt, dass ich meinen Gesichtsausdruck ganz fürchterlich finde. Aber davon kann wohl jeder ein Lied singen - sich selber auf einem Foto wirklich schön zu finden ist für mich immer ein Schweres. 
Dazu möchte ich noch sagen, dass die Lolita-Mode mir nicht nur eine einzigartige Welt voller Kreativität eröffnet und die Bekanntschaft mit wunderbaren Menschen aus der ganzen Schweiz ermöglich hat, sondern, dass sie mir auch ein ganz neues Selbstbildnis vor Augen geführt hat. 

Manchmal hadere ich noch damit, ob ich das was ich im Spiegel sehe, schön finde oder nicht. Wie die meisten Frauen beschäftigt auch mich der Gedanke ob ich "gut genug" aussehe und wie ich wohl mit meinem Äusseren auf andere wirke. 
Was mich an der "normalen" westlichen Mode oftmals stört, ist dass von einer Frau erwartet wird, dass sie gerade beim Ausgehen sexy und verführerisch aussieht. 
Ich bin eigentlich der Meinung, dass ich nicht unbedingt zu der Sorte Frauen gehöre, die sehr sexy wirken können. Ich tue mich unendlich schwer mit Highheels und kurzen Röcken. Und für tiefe Ausschnitte fehlen mir Körpermasse und die Freude daran. 
Lolita-Mode mit der ihr eigenen Eleganz gibt mir eine Möglichkeit sehr feminin zu sein ohne zu viel Bein zeigen zu müssen. Wenn ich Lolita trage, habe ich nicht die ganze Zeit Angst, dass ein Windstoss meinen kurzen Rock zu weit heben könnte. 

Ehrlich gesagt finde ich nackte Haut vielleicht fast ein bisschen langweilig. Ich weiss nicht ob es daran liegt, dass ich ein Semester lang einen Aktzeichnen-Kurs belegt habe oder ob es nur meine eigene Vorstellung von Erotik ist. Ich finde nackte Menschen, wenn nicht gerade als Kunstobjekt, nicht sehr schön. Körper, die in aufwendige, phantasievolle Stoffe gehüllt sind, finde ich einfach viel interessanter. Ich liebe Details. 
Das hat nichts damit zu tun, dass ich prüde wäre oder meinen eigenen Körper nicht akzeptierte. 
Nein, ich denke davon bin ich weit entfernt. Lolita-Mode hat für mich vielleicht am Ende mehr mit Kunst als mit blossen Aussehen zu tun. Ich finde es faszinierend wie vielfältig sie ist und wie vielfältig die sonstige japanische Mode, die ich durch Lolita entdeckt habe. 
Vielleicht ist es auch nur das "Exotische" daran, das mich für sich eingenommen hat. 










Ich höre oft von Männern, dass sie Lolita-Kleidung "hübsch" oder sogar "attraktiv" finden. Die selben Männer mögen auch Frauen in Highheels und kurzen Kleidern. Das zeigt mir, dass es gar nicht so sehr darum gehen muss was eine Frau trägt, sondern wie sie es tut. 
Fühlt man sich in seinem Outfit wohl, so strahlt man das aus. Sehr simpel. Aber so simpel fand ich das lange gar nicht. Ich muss zugeben, dass ich mich in meiner Alltagskleidung viel wohler fühle, seit ich ab und zu Lolita-Mode trage. Ich kann nicht genau sagen woran es liegt. Vielleicht ist es nur das Wissen darum, dass ich bis zu einem bestimmten Grad wandelbar sein kann. Oder es ist ganz einfach so, dass ich einen Teil der Freude, den ich verspüre, wenn ich Lolita trage, nun auch fühle, wenn ich mich sonstwie anziehe. Das eine schliesst das andere nicht aus. 

Ich hoffe, dass die Bilder zeigen, wie wohl ich mich an diesem Tag in meiner Kleidung und mit dem schönen Fribourg als Kulisse fühlte. Mir gefällt der aristokratische Schick vergangener Zeiten. Ich mag schmale Taillen, Hüte und Röcke. Seit ich mich mit der Lolita-Mode beschäftige habe ich auch keine Angst mehr solche Dinge in meinen Alltag aufzunehmen. 
Ich liebe Knielange Kleidchen und Röcke, Taillengürtel, Hüte und ausgefallene Accessoires. Und es macht mir immer Freude, wenn Leute davon sprechen, dass ich "meinen eigenen Stil hätte". 
Nach diesem habe ich lange gesucht. Und diese Suche hat auch nicht so schnell ein Ende, denn Kleidung ist immer, so sehr wir uns manchmal davon lossagen möchten, ein Teil der Persönlichkeit und diese verändert sich stetig. 

An dieser Stelle noch einmal ein grosses Dankeschön an Natália Mansano, die diese Fotos mit mir realisiert hat und mich zu einem Teil ihres Projekts über die Französischsprachige Schweizer Lolita-Szene gemacht hat. Ein weiteres Dankeschön geht an die liebe Pyl, die alle Fotoshootings begleitet und hinter den Kulissen dokumentiert hat. Ohne ihre Arbeit hätte das Projekt sicher nur halb so viel Spass gemacht!


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2 Kommentare

  1. Je ne suis pas sûre d'avoir tout compris (ach Deuuutsch), mais je suis très heureuse que tu aies participé à ce projet ! Croisons les doigts pour qu'on puisse vous exposer, vous 6 nouveaux :)

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    1. J'ai aussi dit que je suis trop heureuse que je pourrais participé et j'ai beaucoup parlé pourquoi j'aime le lolita :)

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