Zu Besuch im Museum für Ethnographie Neuchâtel - Imagine Japan

4.7.14



Das malerische Städtchen Neuenburg, französisch Neuchâtel, liegt am Ufer des Neuenburgersees in der Romandie. Am 19. Juni 2014 fand dort die Vernissage zur Ausstellung Imagine Japan im Museum für Ethnographie statt.
Teil dieser Ausstellung, die zum Jubiläum der 150 jährigen diplomatischen Beziehung zwischen der Schweiz und Japan stattfindet, waren auch einige Fotos aus dem Projekt Portraits de Lolitas: Prinzessen modernes/ Lolita-Portraits: Moderne Prinzessinnen von Natália Mansano, welches ich in Zu Besuch bei modernen Prinzessinnen und Au board de la Sarine - Fotoshooting für "Lolita Portraits: Moderne Prinzessinnen" bereits vorgestellt habe.
Ich war natürlich überaus erfreut, dass eines meiner Fotos es in die Ausstellung geschafft hatte! Leider konnte ich jedoch nicht an der Vernissage teilnehmen.
Also beschloss ich mir die Ausstellung etwas später alleine ansehen zu gehen und fuhr  dafür am 26. Juni 2014 nach Neuchâtel.



Ich machte mich schon ziemlich früh am Morgen auf den Weg. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Museum für Ethnographie problemlos zu erreichen. Ich genoss die Zugfahrt durch die grüne Landschaft und die Busfahrt durch das hübsche Städtchen. Ich würde gerne demnächst wieder einmal nach Neuchâtel gehen um die Stadt noch etwas zu erkunden.
Das Museum liegt etwas oben am Hang mit Blick auf den Neuenburgersee. Nicht nur die Aussicht ist atemberaubend, sondern auch das Museumsgebäude ist ganz ansehnlich.







Erst hatte ich etwas Mühe den Eingang zu finden. Ich bin etwas verstohlen um das Gebäude geschlichen, bis mich dann ein Wegweiser ans Ziel führte. Die Mitarbeitenden des Museums waren sehr freundlich und gaben breitwillig Auskunft. Wie in jeder Ausstellung gab es eine Aufsichtsperson, dieser Herr war aber sehr freundlich und hat sich noch eine Weile mit mir unterhalten. Ich profitierte davon, dass ich kurz nach der Museumsöffnung in die Ausstellung ging, denn es hatte noch nicht viele Besucher und ich konnte mir alles in Ruhe ansehen. Später kam dann eine Schulklasse, als ich das Gebäude gerade verliess. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, dass man das kulturelle Verständnis unseres Nachwuchses fördert, aber ich mag ganz einfach ruhige Museumsräume.




Der erste Ausstellungsraum zeigt die Sammlung des Neuenburger Diplomaten Aimé Humbert, welcher den ersten Handels- und Freundschaftsvertrag zwischen der Schweiz und Japan unterzeichnete. Der Raum ist gross und sehr schlicht gehalten. Die Ausstellung ist in Französisch und Englisch beschildert. Es gibt einige sehr schöne Zeichnungen darunter, die mich sehr inspirierten. Ansonsten war dieser erste Raum aber etwas weniger interessant für mich als der Zweite.



Im zweiten Raum wird ein Blick auf das moderne Japan geworfen. Kampfsport, Leuchtreklame, Religion, Landschaft und Stadtleben sind nur einige Themen, die dabei aufgegriffen werden. Von besonderer Bedeutung war für mich natürlich der Teil über die japanische Lolita-Mode und ihre Interpretation durch unsere Schweizer Lolita-Szene.




Unsere Fotos wurden zwischen farbigen, leuchtenden Bodenplatten gezeigt. Ich fand das sehr gelungen umgesetzt. Ich hätte mir eher vorgestellt, dass die Fotos an eine Wand gehängt werden würden. Dass sie in den Boden eingelassen wurden, gab dem ganzen eine ganz andere Dynamik. Das Gefühl einer "Subkultur" war etwas besser vermittelt, als wenn man sie bloss an eine Wand gehängt hätte. Die Idee gefiel mir sehr gut. Überhaupt liebe ich es mir Ausstellungskonzepte auszudenken. Vielleicht waren die farbigen Bodenplatten für einige der Fotos eine Spur zu "modern" im Kontrast, aber irgendwie mochte ich das. Es spiegelt ja eigentlich auch die vielen Seiten der japanischen Kultur wieder.




Ich war sehr, sehr glücklich darüber, dass für die Ausstellung eines meiner Lieblingsfotos von meinen Fotoshooting mit Natália ausgewählt worden war. Auf diesem Foto stehe ich auf einer Treppe in Fribourg, welche in die Altstadt führt. Im Hintergrund ist das Rathaus von Fribourg zu erkennen. Ich finde, dass das Bild gut gelungen ist und habe mich gefreut es zusammen mit den Fotos der anderen ausgestellt zu sehen.



Falls jemand von euch daran interessiert sein sollte: Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. April 2015. Neuchâtel und sein Museum für Ethnographie sind sicher einmal einen Besuch wert, falls ihr noch nie dort gewesen seid.
Nachdem ich mich satt gesehen und in der Stadt zu Mittag gegessen hatte, machte ich mich zurück auf den Heimweg. Natürlich nicht ohne Mangas im Gepäck. Wenn schon Japan, dann auch als Zuglektüre.



Imagine Japan - Offical Website

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1 Kommentare

  1. Oh yeah, suis contente que tu sois allée voir et que la photo choisie te plaise ! =D

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