Déjeuner sur l'herbe et marché à l'ancienne - Lolita-Treffen in Prangins

29.9.14





Das malerische Prangins mit seinem Château de Prangins liegt nahe Nyon im Kanton Waadt. Gestern fand dort im Château de Prangins, welches zugleich das Schweizerische Nationalmuseum ist, die Veranstaltung Déjeuner sur l'herbe et marché à l'ancienne statt.

Die Veranstaltung sollte Besuchern das lange 19. Jahrhundert näher bringen. Der Eintritt in das Museum war den ganzen Tag über gratis, man konnte sie die permanente Ausstellung besuchen, geführte Touren durch das Museum machen, die aktuellen Ausstellungen ansehen oder auf dem Schlossgelände an den vielen verschiedenen Aktivitäten teilnehmen.

Im Schlosshof gab es einen Markt, der den Märkten des 19. Jahrhunderts nachempfunden war, man konnte im Garten spazieren gehen und unter den Bäumen vor dem Schloss an Aktivitäten wie "Einführung in den Tanz des 19. Jahrhunderts" oder "Frisuren und Make-Up im 19. Jahrhundert" teilnehmen.


Einige der Besucher/innen trugen prächtige Kleider


Jiny von meinen lieben Dentelles en chocolat hatte uns diese Veranstaltung für ein Lolita-Treffen vorgeschlagen. Den Weg nach Prangins fanden von den Deutschweiser/innen schliesslich nur Mara und ich, was vielleicht auch verständlich ist, da die Veranstaltung komplett auf Französisch abgehalten wurde und Prangins doch ein gutes Stück von der Deutschschweiz entfernt liegt.

Schon als wir beim Schloss ankamen, wurden wir sehr freundlich begrüsst und bekamen das Programm in die Hand gedrückt. Eigentlich wollten Mara und ich sogleich losgehen und uns alles ansehen, aber eine Mitarbeiterin des Museums entdeckte uns und versuchte uns für die Modenschau, die am Nachmittag durchgeführt werden sollte, zu gewinnen.
Anfangs zögerten wir, denn Lolita-Mode ist bloss vom 19. Jahrhundert inspiriert und die Modenschau wollte eigentlich Kostüme, die der Mode des 19. Jahrhunderts gerecht wurden, zeigen. Die Dame war aber der Meinung, dass das überhaupt kein Problem sei und, dass sie es schön fände den Besuchern zu zeigen, dass sich auch heute noch Leute von diesem langen Jahrhundert inspirieren lassen und ihre Kleidung daran anlehnen. Schliesslich liessen wir uns von ihr überreden an der Modenschau teilzunehmen.


Foto von Marc Karam
Wir wurden einige Male um Fotos gebeten


Wir besuchten die Ausstellungen im Museum, davon gefielen mir besonders gut die Ausstellungen Scherenschnitte und Noblesse oblige! Leben auf dem Schloss im 18. Jahrhundert. Die Scherenschnitte in der ersten Ausstellung waren unglaublich. Sehr, sehr feine und wunderschöne Arbeiten gab es zu bestaunen. Nachdem wir uns das Museum angesehen hatten, besuchten wir den Markt, trafen die anderen Lolitas, die etwas später dazu gekommen waren, machten Fotos und liessen uns fotografieren, schauten uns an wie Frisuren im 19. Jahrhundert gemacht wurden und liefen schliesslich alle zusammen  an der Modenschau um 15:00 Uhr.


Diese Damen sind bereit für die Modenschau zu laufen

Die Modenschau war kein grosses Ding - wir liefen alle Lolitas zusammen einmal am Publikum vorbei, machten einen unbeholfenen Gruppenknicks und verschwanden wieder. Aber es war lustig und wir konnten die wunderschönen Kleider der anderen Teilnehmer/innen aus der Nähe bestaunen.

Zwei junge Frauen trugen diese wunderschönen Biedermeier-Kleider. Ich frage mich schon seit ich damals im Sissi-Museum in Wien stand und Sissis Kleider bewunderte woran es liegt, dass ich jedes Mal wenn ich so ein Kleid sehe in Tränen ausbrechen könnte. Es gibt viele Kleider, die ich sehr schön finde, aber diese Biedermeier-Kleider machen mich aus irgendeinem Grund sehr wehmütig. Mara meinte, dass es daran liegen könnte, dass sie so formvollendet sind. Aber irgendwie ist es nicht allein die Form, die Schönheit der Kleider, die mich traurig stimmt. Ich liebte schon als Kind diese ganzen Sissi-Geschichten und wünschte mir eines Tages so ein Kleid tragen zu dürfen. Vielleicht werde ich mir den Wunsch irgendwann erfüllen können und die Wehmut beim Anblick dieser Kleider würde damit ein Ende haben?




Der Besuch von Déjeuner sur l'herbe et marché à l'ancienne hatte sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Ich finde, dass die Veranstaltung sehr gut organisiert ist und, dass es wirklich eine Menge zu sehen gibt.  Das Museum führt diese Veranstaltung jedes Jahr durch, falls das Wetter es auch nächstes Jahr wieder zu lässt, könnte ich mir vorstellen nochmals hinzugehen.

Ich hatte beschlossen für diesen Tag ein möglichst bequemes Lolita-Outfit anzuziehen. Überhaupt muss ich in nächster Zeit vermehrt darauf achten, dass meine Outfits auch bequem sind. Zu Beginn trug ich ab und an ein Kleid oder ein Korsett, dass nicht richtig passte und irgendwann schrecklich drückte oder verrutschte. Lolita-Mode soll ja alltagstaugliche Mode und daher so bequem wie möglich sein. Mit einem Petticoat in der Universität zu sitzen, werde ich zwar wohl niemals wirklich bequem finden, aber ich möchte doch soweit kommen, dass ich mich an Treffen den ganzen Tag über wohl fühle.
Dieses Mal ist mir das ganz gut gelungen, ich habe das Outfit casual gehalten, z.B. auf hohe Schuhe verzichtet.



Foto von Marc Karam

Outfit-Rundown:
Hut - Sevensins
Brille - Gucci
Rock - Sweet Sakura
Socken - Bodyline
Schuhe - Roberto Santi
Tasche - Loris
Der Rest ist Offbrand


Déjeuner sur l'herbe et marché à l'ancienne erinnerte mich übrigens ein bisschen an die Belle Epoque in Kandersteg. Ich fand es toll, dass die Veranstaltung auf dem Schlossgelände stattfand, wir hatten damit eine wunderschöne Kulisse und machten an verschiedenen Stellen auf dem Gelände ein paar Fotos.














Der Tag war nicht nur des Sonnenscheins und meiner lieben Freunde wegen wunderbar - als ich auf dem Nachhauseweg in Fribourg aus dem Zug stieg, stand dort eine Mutter mit ihrem kleinen Mädchen und sie stiessen beide gleichzeitig ein lautes: "Waaauw" aus, als sie mich sahen. Das war so niedlich! Auch an der Veranstaltung gab es eine Menge Leute, die mich ansprachen um mir zu sagen, dass sie meine Kleidung sehr hübsch finden.


Foto von Marc Karam


Es geht mir dabei nicht darum, dass Leute mich besonders toll finden oder mich bewundern sollen. Was ich trage, trage ich weil ich es tragen will. Was mich so unglaublich glücklich machte waren die Lächeln, die ich von diesen Menschen geschenkt bekam. Sie sagten mir, dass sie es schön finden, weil sie das wohl wirklich tun. Ich finde es wunderbar, dass ich manchen Menschen mit diesen Kleidern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann.

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2 Kommentare

  1. Du bist so elegant ! Es ist ein bischen Old-School, Gothic und Classic ! Wunderbar :)

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  2. Dankeschön, meine Liebe :D Oh, und alles auf Deutsch :3 <3

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