"Everyone hail to the pumpkin song" - Lolita Halloween Tea Time in Lausanne

8.11.14



Vor einer Woche haben Capitaine O'Malley und Ruban Rose von meinen lieben Dentelles en chocolat in Zusammenarbeit mit French Café am Sonntagnachmittag zu einem Tea Time in Lausanne eingeladen. Da es der Sonntag nach Halloween war, wurde als Motto "Makabre Eleganz" gewählt. 
Das Tea Time wurde im Petit Coin Gourmand in Ouchy serviert. Ich ass ganz fabelhafte Millefeuille aux fraises und St. Honoré, dazu wurde natürlich Earl Grey Tee getrunken. 







French Café hatte uns reizende kleine Halloween Überraschungssäckchen spendiert. Darin fanden wir zwei hübsche Buttons, eine Yankee Kerze (selbstverständlich mit Halloween Duft) und jede Menge Süssigkeiten. Als wir alle aufgegessen hatten, veranstalteten Capitaine O'Malley und Ruban Rose eine Tombola. Ich liebe Tombola, auch wenn ich meistens, wie auch dieses Mal, leider nichts gewinne. Es gab drei reizende Preise. Ich hätte zu gerne den Hauptpreis, ein Comtesse Bonnet von Medusa Couture,  gewonnen, aber das Glück war mir nicht hold. 







Nach der Tombola blieben wir noch eine Weile gemütlich beisammen sitzen, bevor wir uns aufmachten um am Ufer des Genfersees noch ein paar Fotos zu machen. Wir verbrachten einen sehr schönen, gemütlichen Nachmittag miteinander, auch wenn es darüber wenig Spektakuläres zu schreiben gibt, da wir vor allem im Café sassen. Aber es muss ja auch nicht immer ein riesiges Programm stattfinden um die Zeit, die man mit lieb gewonnenen Menschen verbringt, zu geniessen. 







Da das Outfit-Motto "Makabre Eleganz" war, beschloss ich an diesem Tag ein Aristocrat Lolita Outfit zu tragen. Aristocrat lehnt sich so stark an die Eleganz der aristokratischen Mode des 18. und 19. Jahrhunderts und an die westeuropäische Gothic Mode an, dass ich das sehr passend fand. Obwohl Gothic oder Kuro Lolita schon sehr düster sein kann (wie meine Freundinnen hier beweisen), finde ich, dass es für Halloween ein bisschen zu verspielt ist. 
Ich fühlte mich an diesem Tag auch überhaupt nicht danach etwas Buntes zu tragen. Ich habe mir nur die weissen Federn auf meinem Hut und dazu ein paar weisse Spitzenhandschuhe erlaubt. Schwarze Haare stehen mir eigentlich nicht so gut, wie ich finde, aber für das Halloween Motto fand ich es sehr passend, dass sie mein Gesicht so bleich wirken liessen. 




Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich den selbstgemachten Hut schon einmal für die Lolita Modenschau in St Gallen getragen habe? Ruban Rose war so freundlich eine Portrait-Aufnahme von mir zu machen, auf der man ihn endlich einmal im Detail sieht. 


Outfit-Rundown:
Hut - selbstgemacht
Blouse - RQ-BL
Korsett - Mercy
Rock - Necessary Evil

Ich freute mich übrigens, dass ich an dem Tag nicht die Einzige war, die Aristocrat trug. Sonst ist dieser Unterstil in der Schweizer Lolita Szene eher wenig vertreten. Mana Sam trug ein ganz fabelhaftes Kleid und ein selbstgemachtes Bonnet. 










Auf dem Rückweg zum Bahnhof fragte mich ein Mädchen, ob wir Halloween feierten oder weshalb ich so eine düstere Dame sei. Das fand ich sehr niedlich und erklärte ihr breitwillig, was es damit auf sich hatte. An diesem Sonntagnachmittag waren die Leute aber viel aufdringlicher als sonst. Ich fragte mich, ob es daran lag, dass eben gerade Halloween gewesen war und sie das ganze Wochenende über kostümierte Leute in der Stadt gesehen hatten.

Erstaunlich wie viele Leute einfach ohne zu zögern ihr Smartphone hervorholen und gleich abdrücken. Ich bin mir ja vollkommen bewusst wie viel Aufmerksamkeit Lolita Mode hier, wo sie überhaupt nicht bekannt ist, generiert und, dass in einem Zeitalter von Social Media und Handykameras Persönlichkeitsschutz fast ein bisschen ironisch im Gesetz steht. Dennoch finde ich es extrem unhöflich wie aufdringlich und unhöflich manche Menschen sind. Gehört es nicht zum Anstand jemanden um ein Foto zu bitten? 

Am Schlimmsten war jedoch ein älteres Ehepaar in der Strassenbahn, das wohl dachte, dass wir rein Französischsprachig seien und hinter meinem Rücken auf Deutsch darüber flüsterten zu welcher Art von Sekte wir wohl gehörten. Ich drehte mich um und klärte die Herrschaften darüber auf, dass unsere Mode sicher nicht religiös motiviert sei, sondern dass wir sie ganz einfach hübsch finden. 
Das konnten sie ganz und gar nicht nachvollziehen und ich erklärte ihnen lächelnd, dass ich es geniesse dem Schweizer mit dieser Mode nahezubringen, dass es hinter seinem Gartenzaun noch eine bunte, aufregende Welt gibt. Das fanden sie nicht so komisch. Ich hingegen umso mehr. 

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