La Vie En Rose

21.3.15



Natürlich hinke ich mit meinem Bericht wieder einmal etwas hinterher. Vor gut drei Wochen habe ich zum allerersten Mal an einem internationalen Lolita-Event teilgenommen. Zusammen mit Mara fuhr ich für vier Tage nach Paris um an La Vie En Rose, einer Lolita-Convention organisiert von Street Fashion Europe in Kooperation mit Baby The Stars Shine Bright teilzunehmen.
Ihr dürft euch also freuen: Bevor ich mich wahrscheinlich für eine Weile verabschiede, gibt es jetzt noch einen etwas längeren Bericht über mein kleines Lolita-Abenteuer in Paris.


Le bal des Vampires: Paris, Tag 1




Mara und ich reisten bereits einen Tag vor der Convention mit dem TGV nach Paris. Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgeladen und uns dort ein Wenig eingerichtet hatten, zogen wir uns um und machten uns dann auf den Weg zur Boutique von Axes Femme. Da sich die Boutique im Arrondissement Hôtel de Ville befindet, kamen wir auch am Centre Pompidou und am Hôtel de Ville vorbei. Natürlich konnte ich es nicht lassen schon bei Axel Femme vom tiefen Eurokurs zu profitieren und gönnte mir einen neuen Trenchcoat für den Frühling und ein paar Schuhe. Ausserdem trafen wir schon auf die ersten anderen Lolitas, die auch in Shopping-Laune waren.







Leider regnete es den ganzen Tag über in Strömen. Das war das erste Mal, dass ich Paris bei ziemlich schlechtem Wetter erlebte und ich stellte fest, dass es wirklich nicht so angenehm war. Die Strassen im vierte Arrondissement sind doch ziemlich eng und es waren eine Menge Leute unterwegs. Man kommt sich bei den engen Strassen mit den Regenschirmen schon sehr in die Quere. Und natürlich wurden auch meine Einkäufe ein bisschen nass. 

Das schaffte es allerdings nicht unsere Laune zu trüben. Wir hatten uns zum Abendessen mit anderen Lolitas aus Österreich, Frankreich, Russland und Ungarn verabredet und trafen sie gegen sechs Uhr vor dem Restaurant L'Eden Chaussée d'Antin um gemeinsam zu Abend zu essen bevor wir dann alle zusammen das Musical Le bal des Vampires besuchen wollten. 








Mara und ich waren etwas zu früh beim vereinbarten Treffpunkt für das Abendessen. Da ganz in der Nähe die Galerie Lafayette lag, beschlossen wir noch kurz dort vorbei zu schauen. Ich war bei meinen bisherigen Paris-Besuchen noch nie dazu gekommen in der Galerie reinzuschauen. Mir gefällt die Architektur des Gebäudes unglaublich gut. Es war allerdings sehr, sehr voll und wir schauten uns nur kurz um, bevor wir dann zum Restaurant gingen.




Das Essen war sehr, sehr nett! Die Bedienung war unglaublich freundlich und offen und freute sich darüber, dass wir Lolitas in dem Restaurant assen. Wir hatten im Vorfeld reserviert und angekündigt, dass wir in aufwändigen Outfits erscheinen würden. Das war aber überhaupt kein Problem, was uns natürlich sehr freute. Mir fiel wieder einmal auf wie unpraktisch ein Petticoat sein kann, da es in dem Restaurant schon sehr eng war. Falls ich in der Zukunft wieder an einem solchen Essen teilnehme, werde ich vielleicht einmal auf ein Kodona Outfit umsteigen. 





Mit Mara im Théâtre Mogador <3

Das Musical Le Bal des Vampires wurde im wunderschönen Théâtre Mogador aufgeführt. Alles in allem gefiel mir der zweite Teil nach der Pause besser, da er im Schloss der Vampire spielte und die Kulissen und Kostüme daher viel düstere Themen aufgriffen. Die Kostüme und das Make-up der Schauspieler war unglaublich toll gemacht und auch die Kulissen überzeugten mich vollends. Ich denke, dass Leute, die Phantom of the Opera in London gesehen haben und es mochten auch Le Bal des Vampires mögen würden. Jedenfalls war das bei mir so der Fall. 

Nach Ende des Musicals war es dann auch schon ziemlich spät. Wir verabschiedeten uns von den anderen Lolitas und machten uns auf den Weg zurück zum Hotel um genug Schlaf zu kriegen. Der nächste Tag würde noch anstrengend genug werden.


La Vie En Rose: Paris, Tag 2





Am zweiten Tag unseres Aufenthalts in Paris fand das internationale Lolita Event La Vie En Rose statt, weswegen wir überhaupt erst angereist waren. Wir standen schon früh auf, frühstückten und warfen uns in Schale. Dann ging es mit der Métro zum Hotel du Collectionneur Arc de Triomphe, in dessen unglaublich schicken Räumlichkeiten das Event statt fand. 



Mit Mara vor dem Hotel du Collectionneur Arc De Triomphe

Wie schon erwähnt war dieses Event zugleich die erste Lolita-Convention an der ich teilnahm. Natürlich war ich ein bisschen überfordert mit den ganzen neuen Eindrücken. So viele bezaubernde, wunderschöne Lolitas an einem Ort versammelt! Ich war hin und weg. Den ganzen Tag. Wie im Märchen.


Rechts: Masumi Kanoh

Masumi Kanoh, Designerin von Baby The Stars Shine Bright beehrte die Convention und gab ein Interview. Weiter auf dem Programm standen Modeschauen von Triple Fortune, Atelier Pierrot und Baby The Stars Shine Bright. Die Baby Modenschau war mein persönliches Highlight, ich fand es toll die neuen Kreationen zu bestaunen.


Triple Fortune Models

Baby The Stars Shine Bright Model

Natürlich gab es eine Menge Verkaufsstände, an denen ich ordentlich einkaufte. Ich hatte an dem Tag irgendwie ziemliches Glück und fand ein Onepiece von Innocent World, ausserdem ein paar Accessoires. Am Ende der Convention gab es dann ein grosses Raffle, bei welche aber leider nichts gewonnen habe. Ich habe eine Menge super lieber neuer Leute kennen gelernt und am Ende des Tages war ich richtig erschöpft. 








Outfit Rundown:
Brille - Gucci
Blouse - Innocent World
Bolero - Btssb
JSK - Btssb
Tasche - Angelic Pretty
Schuhe - Bodyline
Der Rest ist Offbrand

Da das Event in Kooperation mit Baby The Stars Shine Bright abgehalten wurde, hatte ich beschlossen ein Outfit von dieser Brand zu tragen. Irgendwie ist mein Outfit dieses Mal süsser ausgefallen, als ich es mir von mir selber gewohnt bin. Ich habe mich aber sehr wirklich wohl darin gefühlt, vielleicht habe ich eine temporäre Schwäche für Niedlichkeit. Im Vergleich zu vielen anderen Convention Besucher/innen war ich allerdings sehr schlicht angezogen. Zuweilen hatte ich fast das Gefühl under dressed und keine "richtige" Lolita zu sein. 

Im Moment geht der Trend in der Szene schon sehr in eine over the top Richtung, Outfits haben viele Details, es wird mit Perücken und teilweise auch starkem Make-Up gearbeitet. Eigentlich gefällt mir das alles sehr gut und ich glaube ich habe den ganzen Tag über Leute, die ich besonders schön fand penetrant angestarrt. Mir gefallen aber simple Stile, vor allem an mir selber, irgendwie besser. Vielleicht ändert sich das noch, wer weiss. Ich freute mich allerdings unglaublich, als plötzlich eine Französin auf mich zu kam, mich um ein Foto bat und zu mir sagte, dass ihr mein simpler Stil unglaublich gut gefalle und, dass man sehe, dass ich Old School Lolita möge. Sie hatte damit einfach voll ins Schwarze getroffen - tatsächlich liebe ich die Lolita-Outfits aus den Anfängen der Lolita-Szene, die vielfach simpler waren als die heutigen. Ich bin und bleibe eine kleine Nostalgikerin, wie mir scheint. 




Den Abend nach der Convention verbrachten Mara und ich dann im Quartier Montmartre, wo wir essen gingen, ein Bisschen durch die Strassen schlenderten und die Kirche Sacre Coeur besuchten. Vom Hügel auf dem die Sacre Coeur steht hat man wirklich einen unglaublich schönen Ausblick über ganz Paris. Das war ein ruhiger, aber wirklich schöner Abschluss für diesen märchenhaften Tag.



 Kinderträume werden wahr: Paris, Tag 3





Der dritte Tag in Paris sollte nicht minder märchenhaft werden. Eigentlich fand an diesem Sonntag die Baby The Stars Shine Bright Tea Party statt, Mara und ich hatten allerdings keine Tickets dafür und beschlossen stattdessen das Disneyland Paris zu besuchen. 
Ich war ganz schön aus dem Häuschen, weil ich schon seit ich ein kleines Mädchen war, immer schon das Disneyland besuchen wollte. Aus verschiedenen Gründen hatten unsere Eltern sich immer gegen einen Besuch des Disneylands mit uns entschieden, also habe ich mir diesen Wunsch nun schlussendlich einfach selber erfüllt. 




Eine französische Lolita hatte ein Lolita-Treffen im Disneyland für diesen Tag organisiert, da mehrere andere Lolitas auch nicht an der Baby Tea Party teilnehmen konnten. Wir lernten also auch noch ein paar neue Gesichter aus der Pariser Lolita-Szene kennen. 



Das Disneyland Paris ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Die Walt Disney Studios und den Disney Park. Zuerst besuchten wir die Studios, wo man mit verschiedenen Achterbahnen fahren kann. Da das Wetter an diesem Sonntag ausserordentlich gut war, hatte es unglaublich viele Leute und wir musste ganze zwei Stunden für die erste Attraktion anstehen. Danach gingen wir Mittagessen und schlenderte dann durch den Disney Park, wo es auch das wunderhübsche Dornröschen Schloss gibt. Was muss ich noch dazu sagen? Ich benahm mich wie ein kleines Mädchen. Ach, ich bin ein kleines Mädchen!










Abends besuchten wir dann noch die La Vie En Rose Afterparty in einer netten Bar mitten in der Stadt. Dort hatten wir die Gelegenheit uns von unseren alten und neuen Bekanntschaften zu verabschieden, da am nächsten Tag die meisten schone wieder aus Paris abreisen würden. 


Zu guter Letzt: Paris, Tag 4



Schliesslich brach auch schon der Morgen unseres letzten Tages in Paris an. Eigentlich hatten wir die Katakomben besuchen wollen, aber leider sind sie an Montagen geschlossen, was wir nicht gewusst hatten. Stattdessen besuchten wir den Friedhof Cimitère Père Lachaise. Auf diesem riesigen Friedhof sind mehrere bekannte Persönlichkeiten, darunter Marcel Proust, Frédéric Chopin und Oscar Wilde begraben. 


Grab für Oscar Wilde


Ich bin mir nach wie vor nicht sicher was genau mich eigentlich an Friedhöfen fasziniert. Ich habe sie schon als Kind gerne besucht und es stört mich eigentlich auch nicht mitten in der Nacht eine Abkürzung über einen Friedhof zu nehmen. Und irgendwie schaue ich mir gerne die Gedenkstätten berühmter Persönlichkeiten an. Ich habe z.B. damals in Cambridge ganz alleine, einen Tag vor Halloween, nachmittags bei grau nassem Nebelwetter auf einem kleinen, ziemlich abgelegenen Friedhof nach dem Grab von Ludwig Wittgenstein gesucht. Irgendwie ist es interessant zu sehen was für Grabsteine für diese Menschen ausgewählt wurden, wo sie auf dem Friedhof platziert wurden und ob sie noch immer besucht werden und Geschenke erhalten. 

Auch wenn ihr das vielleicht nicht nachvollziehen könnt, versteht ihr aber wohl doch, dass es ein angenehmer Morgen für mich war. Die Sonne schien, es war ziemlich warm und auf dem Friedhof war es wunderbar ruhig. Ich genoss diese Stille nach dem ganzen Rummel im Disneyland am Tag zuvor. 


Happy-Lolita-Selfie vor der Baby Boutique <3


Nach unserem Friedhofsspaziergang besuchten wir den Laden von Baby The Stars Shine Bright. Leider fand ich ausser einem paar schlichter Socken nichts wirklich Berauschendes und das Shopping-Erlebnis bleib so ziemlich aus, was für meine Geldbörse vielleicht auch gar nicht so schlecht war. Danach fuhren wir noch einmal zur Boutique von Axe Femmes. 







Schliesslich hatten wir immer noch etwas Zeit bevor wir unser Gepäck im Hotel abholen mussten um zum Bahnhof und zurück ins Alpenländchen zu fahren. Wir fuhren zur Champs Elysées und besuchten dort das Café Ladurée. Mein Kaffee und Kuchen waren köstlich! Und das Interieur bei Ladurée ist wirklich bezaubernd. Ein Muss für jede hungrige Lolita in Paris. 


Paris-Einkäufe :D


Danach ging alles ganz schnell: Die Heimreise verlief reibungslos und ein paar Stunden später packte ich auch schon meine Shopping-Schätze zu Hause aus meinem Koffer. Ich war etwas wehmütig. Die Zeit war mir eigentlich viel zu schnell vorbei gegangen. Damit endete mein Lolita-Abenteuer-Wochende in Paris. Ich gebe zu, dass ich ganz schön Mühe hatte am nächsten Tag in den grauen Universitäts-Alltag zurückzukehren. 
La vie en rose hat mir wirklich ein paar unvergessliche Momente beschert. 

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4 Kommentare

  1. Hach, es war toll mit dir nach Paris zu reisen! Und ich finde ganz und gar nicht, dass du keine "richtige" Lolita bist, du bist so stilsicher!! Lass dich nicht einschüchtern (^.-) Ich glaub der OTT-Trend wird irgendwann auch wieder etwas abklingen, sowas kommt und geht ja ^^

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    1. Aaaww, ich kann gar nicht oft genug betonen, dass ich auch super gerne mit dir dort war! :D Das ist total lieb, vielen Dank! *rot werd* Ich bin immer so selbstkritisch, aber stimmt schon - von Trends sollte man sich ja nicht einschüchtern lassen und überhaupt habe ich auch eigentlich nichts gegen Trends. Sie machen die Mode doch erst lebendig. :)

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  2. Hab grad über Dukelsüß deinen Blog gefunden und les mich mal ein bisschen durch.
    Aber deine Vorliebe für Friedhöfe kann ich voll und ganz nachvollziehen.
    Warst du mal beim Highgate Cemetery in London?
    Die Westseite kann man gegen Gebühr selbst erkunden, den Ostteil nur mit Führung, beide sind absolut wunderschön und die Führung durchaus interessant.
    Und liegen tun da viele Bekannte Getalten, unter anderem Karl Marx und Douglas Adams.
    Oder natürlich den jüdischen Friedhof bei der Schönhauser Allee in meiner geliebten Heimatstadt Berlin. Weniger bekannt, aber unheimlich ruhig und schön.
    Weniger nachvollziehen kann ich deine Meinung zu OTT, ich geh da gerade voll mit.
    Na gut, schön finde ich auch schlichtere Coords und trage sie manchmal aus praktischen Gründen. Aber gerade am Planen, Basteln, Vorbereiten und natürlich Tragen von Goth oder Classic OTT habe ich unheimlich viel Spaß.
    Na gut, ich les mal weiter. Wenn du grad eh ein bisschen Blogpause machst, hab ich ja genügend Zeit dafür!
    Grüßchen
    Clarisse

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    1. ch hoffe, dass dir mein Blog gefällt, vielen lieben Dank für deinen Kommentar :)
      Leider habe ich es bei meinen bisherigen London-Besuchen noch nicht auf den Highgate Cemetery geschafft, der steht aber auf meiner Liste! In Berlin war ich bisher zweimal (meine absolute Lieblingsstadt <3), aber diesen Friedhof kenne ich nicht. Kommt also auf meine Berlin-Liste für einen nächsten Besuch, danke für den Tipp!

      Ich hoffe, du hast mich nicht falsch verstanden! Ich habe nicht gesagt, dass mir OTT nicht gefallen würde. Ich finde es sehr hübsch und habe mir wie gesagt fast die Augen aus dem Kopf gestarrt ;) Es ist nur so, dass ich es mir an mir selber nicht so gut vorstellen kann. Aber vielleicht wäre es einmal ein Versuch wert. Bei OTT kann ich mir gut vorstellen, dass das Planen doppelt so viel Spass macht, weil man halt sehr vieles braucht.

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