Alter Schwede!

14.11.15

Stockholm


Es war ziemlich lange sehr still hier. Und dabei ist eigentlich eine ganze Menge passiert.
Aber manchmal, manchmal kann man einfach nicht schreiben. Süssing wird nun aber Schritt für Schritt wieder auf den neusten Stand gebracht. 
Eigentlich wollte ich mit einem Post über das schöne Italien beginnen, allerdings wurden mir die Erinnerungen an diese Reise in den letzten Wochen so richtig vermiest und deswegen starten wir stattdessen im August, mit meiner Reise nach Schweden

Der überdurchschnittlich warme Sommer hatte sich dieses Jahr nicht nur im Alpenländchen, sondern auch im hohen Norden eingefunden. Als ich Mitte August in Stockholm ankam, zeigte das Thermometer tagsüber noch immer stolze 26 Grad an. Mich störte das aber überhaupt nicht - im Gegenteil: ich liebe den Sommer! Ich liebe Sonne und Wärme und schätze es total, wenn ich einmal ein paar Wochen ohne Jacke nach draussen gehen kann. 


Stockholm

Vielleicht fragt ihr euch, warum es mich überhaupt nach Schweden verschlagen hatte. Während meines Aufenthalts in England habe ich die liebe Karin kennen gelernt. Wir haben die drei Jahre zwischen unserem England-Aufenthalt und heute nie den Kontakt zueinander verloren und es war ganz einfach an der Zeit sie endlich einmal besuchen zu gehen. Als ich dann noch erfuhr, dass im August ausserdem ein internationales Lolita-Event in ihrer Stadt stattfinden sollte, buchte ich natürlich gleich meine Flüge. 

Karin und ich trafen uns in Stockholm, wo wir gemeinsam drei Tage verbringen wollten. Wir konnten bei einem Freund von ihr unterkommen, was richtig toll war, weil ich so nicht nur super günstig davon kam, sondern auch einen Einblick in das schwedische Studentenleben erhielt. Ihr Freund hat nämlich ein eigenes kleines Studentenappartement etwas ausserhalb vom Stadtzentrum. 

Den ersten Abend verbrachten wir mit Abendessen in einem netten Lokal und einem ausgedehnten Spaziergang durch den lauen Sommerabend. Ich liebe die Sommerabendsonne im Norden! Am allerschönsten ist es, wenn die Sonne fast hinter dem Horizon versinkt, an diesem einen Punkt stehen bleibt und dieses mystische, violette Licht an den Himmel zaubert.




Morgens frühstückten wir jeweils in einem Lokal, das auf Frühstück spezialisiert ist. Überhaupt finde ich die schwedische Esskultur ganz wunderbar. Karin hat in England immer genau so sehr über das Essen gejammer wie ich - jetzt weiss ich auch warum. Die Schweden kochen wirklich gut. Und natürlich kann man jederzeit fika halten! Karin erklärte mir, dass es sich dabei um Verb handle, das explizit "Kaffee trinken" bedeute. Ich weiss nicht in wie vielen Cafés wir waren. Aber ich habe es total genossen. Es gibt nicht vieles, das ich besser finde als mit einer guten Freundin bei einer Tasse Kaffee oder Tee über die Welt und das Leben zu reden. 




Karin führte mich sodann ins Fotografiska - Stockholms berühmtes Museum für Fotografie. Wir sind beide ziemlich Kunstbegeistert und haben uns schon in England Ausstellungen zusammen angesehen. Es war so schön endlich wieder einmal mit ihr ein Museum besuchen zu können. Wir haben mehrere Stunden im Fotografiska verbracht. Die Ausstellungen waren sehr schön arrangiert und interessant. 




Da das Wetter so unglaublich schön war, gingen wir fast alles zu Fuss. So konnte ich richtig viel von der Stadt sehen. Ich finde Stockholm wirklich sehr schön. Was mir besonders gefällt sind die bunten Häuserfassaden. Unsere Städte kommen mir dagegen furchtbar trostlos und grau vor. Karin bestätigte mich in meiner Vermutung, dass die Häuser so bunt gehalten werden, weil es im Winter so dunkel ist. 




Natürlich waren wir auch beim königlichen Palast. Ich bin aber der Meinung, dass er wirklich nicht zu den Highlights von Stockholm gehört. Viel interessanter fand ich die vielen verschiedenen und wirklich gut organisierten Second Hand Shops. Wir verbrachten einen ganzen Nachmittag damit in solchen zu stöbern und allerlei verrückte Klamotten anzuprobieren. 

Die drei Tage in Stockholm waren im Nu um. Am Abend des dritten Tages machten wir uns auf den Weg nach Göteborg - Karins Heimatstadt. Wir fuhren mit dem Zug am Stockholm Hauptbahnhof bis nach Göteborg, was etwa drei Stunden dauerte. Die Fahrt war angenehm und ich bekam noch ein bisschen etwas von den wunderschönen Landschaften Schwedens zu sehen. 


Göteborg

Göteborg gefiel mir irgendwie besser als Stockholm. Karin war ganz erstaunt deswegen. Scheinbar gefällt den meisten Leuten die Hauptstadt besser. Ich weiss nicht genau woran es liegt. Mir gefiel einfach die Atmosphäre in Göteborg und irgendwie fand ich die Gebäude schöner. Aber das ist ja wie so vieles ganz einfach eine Geschmacksfrage. 

Karin war ganz begeistert, dass sie mir ihre Stadt zeigen konnte. Ich liess mich breitwillig herum führen und sah so viele interessante und tolle neue Dinge! Sie zeigte mir Restaurants, Cafés, ganz tolle Läden in der Altstadt und ich konnte sogar ein paar von ihren Freunden und ihren Freund kennen lernen. Es war wunderbar auf diese Weise einen, wenn auch kleinen, richtigen Einblick in das schwedische Leben zu erhalten. 



Am ersten Abend setzten wir uns mit einer Flasche Champagner auf einen der höchsten Punkte von Göteborg. Dort schauten wir der Sonne zu wie sie langsam auf den Horizont zu sank, redeten und redeten und tranken. Es war herrlich. Wir genossen einfach den Moment.
Danach trafen wir uns mit ihrem Freund in einer Bar und ich wurde in das Göteborger Nachtleben eingeführt. Irgendwann landeten wir auf einer Party in einem Wald und es war wirklich richtig toll und ich hatte eine Menge Spass. 

Am darauffolgenden Tag fand das Frillfest, ein internationales Lolita-Event, statt. Diesem werde ich aber in den nächsten Tagen noch einen eigenen Post widmen. 




Der letzte Tag, den ich in Göteborg verbrachte war zugleich mein Geburtstag. Wir machten einen etwas längeren Spaziergang durch die Stadt, damit ich noch ein bisschen mehr bei Tageslicht zu sehen bekam und da Karin ja weiss wie sehr ich Kunst liebe, brachte sie mich an diesem Tag ausserdem in Göteborgs Kunstmuseum. Natürlich war ich hellbegeistert! 




Das Kunstmuseum zeigt eine wirklich schöne Sammlung. Natürlich hatten es mir die Werke von Monet sehr angetan (ich verehre ihn so sehr), aber auch die nordischen Künstler fand ich sehr interessant. Es gab einen Raum voller Gemälde aus dem Norden. Ich mochte die Stimmung der Bilder, die nordischen Künstler sind wirklich Meister darin Lichtstimmungen festzuhalten. 

Abends assen wir dann noch in einem sehr schönen Lokal mit ein paar Freunden von Karin. Alles in allem war es ein wirklich sehr schöner Geburtstag. 
Ich war dann auch etwas wehmütig, als ich das schöne Schweden und meine liebe Freundin am nächsten Tag nach einer Woche schon wieder verlassen musste. 
Aber da ich jetzt weiss, was es dort alles zu sehen gibt und, dass ich noch lange nicht alles gesehen habe, was mich interessieren würde, bin ich mir sicher, dass ich wieder einmal nach Schweden reisen werden. Und natürlich auch um meine liebe Karin wieder zu sehen, die sich so unglaublich viel Mühe gegeben hat, mir ihre Kultur und ihr wunderschönes Land näher zu bringen. 

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