Servus, schönes Wien!

27.12.15



Eigentlich wollte ich mit dem Aufholen meiner Berichte bis Ende Jahr durch sein. Vielleicht schaffe ich das sogar noch, ich versuche ein paar Minuten meiner freien Stunden in den nächsten Tagen wieder einmal für diesen Blog zu verwenden. Eigentlich liegt er mir nämlich schon so ein bisschen am Herzen - ist ja so etwas wie mein Internet-Tagebuch. Ich fahre also fort damit die wichtigsten Erlebnisse des noch ein paar Tage andauernden, 2015 zu rekapitulieren.

Damit komme ich zu Mitte Oktober - da fuhr ich nämlich für fünf Tage nach Wien. Ich fahre eigentlich immer mit dem Zug nach Wien, ich liebe lange Zugfahrten, weil man dabei ganz entspannt ein Buch oder zwei lesen kann. Die Fahrt aus dem Alpenländchen nach Wien dauert etwa neun Stunden und ich war dann, als ich ankam, doch ziemlich erschöpft. Meine liebe Freundin Eva holte mich am Westbahnhof ab und gemeinsam fuhren wir zu ihr, wo ich mich einquartieren und erstmal ausschlafen konnte.


Tag 1: Für den Intellekt 




Den ersten Tag verbrachten wir ganz im Zeichen des Intellekts - Eva brachte mich ins Hauptgebäude der Universität Wien, wo wir uns eine Vorlesung im Fach Germanistik anhörten. Es handelte sich um eine Vorlesung zum Thema Literatur und Philosophie und der Professor gab in diesen neunzig Minuten eine Übersicht über die wichtigsten Positionen in der Geschichte der Philosophie. Ich fand das wirklich überaus interessant und hörte gebannt zu. Meine Zugreise nach Wien hatte mich vier Stunden meiner Vorlesung in Rechtsphilosophie gekostet, deshalb war ich umso glücklicher, dass ich nun etwas ähnliches hören konnte. 



Nach dem Universitätsbesuch setzten wir uns ins Cupcakes und gönnten uns etwas Süsses. Das Cupcakes ist ganz wunderbar, weil es auch vegane Köstlichkeiten anbietet und so auch meine liebe Eva nicht auf eine Süssspeise verzichten musste. Ausserdem ist ein Besuch in diesem Lokal fast schon ein bisschen Tradition für uns beide geworden und gehört immer wieder zu meinen persönlichen Wien-Highlights, weil es ein so nettes Lokal ist und wir uns dort immer so gut unterhalten können.




Nach unserer süssen Zwischenverpflegung fuhren wir zum Bulgarischen Kulturinstitut. Ich hatte Eva gebeten mich dorthin zu bringen, weil das Gebäude, in welchem sich heute das Kulturinstitut befindet, ursprünglich von Ludwig Wittgenstein zusammen mit dem Architekten Paul Engelmann für die Schwester Wittgensteins entworfen wurde. Ludwig Wittgenstein gehört meiner Meinung nach zu den beeindruckendsten und gewaltigsten Denkern des 20. Jahrhunderts. Ich habe mir damals, als ich drei Monate in England verbrachte habe, bereits sein Grab angesehen. Und jetzt wollte ich wissen, wie ein Haus, welches er mit entworfen hatte, auf mich wirken würde.



Wir konnten uns das Haus leider nicht von Innen ansehen, das hätte einer Voranmeldung bedurft. Aber wir sahen uns im Garten ein wenig um. Ich konnte irgendwie sehr gut verstehen, dass Wittgensteins Schwester nicht in dem Haus wohnen wollte. Heute ist es eingeklemmt zwischen zwei hohen Gebäude,  wir brauchten eine Weile, bis wir es überhaupt entdeckten. Aber das war es eigentlich nicht, was es so uneinladend wirken liess. Die strenge Symmetrie in welcher das Gebäude gehalten ist und die schmalen, hohen Fenster geben ihm eine seltsame Gefängnismässige Ausstrahlung. 




Wir verbrachten nicht allzu viel Zeit bei dem Wittgenstein-Haus. Danach fuhren wir zurück in die Innenstadt und machten einen Spaziergang zum Literaturmuseum. Wir merkten bei all den Themen, die wir durchzudiskutieren hatten (Eva und ich hatten uns wirklich schon länger nicht mehr gesehen), gar nicht wie die Zeit verflog. Bald war es Zeit für das Abendessen. Wir besuchten ein Lokal, in dem wir veganes Sushi essen konnten (Ich bin selber zwar nicht vegan, aber ich probiere gerne Neues aus und wenn ich Zeit mit Eva verbringe, esse ich gerne mit ihr mit). Nach dem Abendessen besuchten wir dann noch einen Poetry-Slam, den Slam B, im Literaturhaus. Ich war noch nie zuvor auf einem Poetry-Slam gewesen und war richtig begeistert von den fantastischen Texten, die von den Teilnehmenden vorgetragen wurden. Danach ging es zurück in Evas Wohnung, wo wir uns bei Tee noch bis in die Nacht hinein unterhielten. 


Tag 2: Für das Prinzessinnen-Herz




Am Morgen des zweiten Tages warf ich mich in Schale - an diesem Tag fand die Metamorphose Tea Party, eine von den österreichischen Lolitas organisierte, internationale Tea Party statt. Eva begleitete mich bis zur Location, danach unternahm sie für sich etwas, während ich mich auf dem Event aufhielt. Am Abend trafen wir uns dann wieder und besuchten gemeinsam die Aftershow-Party des Events, zu welcher auch Leute kommen konnten, die kein Lolita tragen. Ich werde der Tea Party und meinen Eindrücken von der Aftershow-Party einen nächsten, eigenen Post widmen. 
An dieser Stelle möchte ich nur noch einmal betonen, wie grandios ich es finde, dass ich die Lolita-Mode so wunderbar mit meinen Reisen und den Besuchen bei meinen lieben Freundinnen im Ausland verbinden kann. 

Tag 3: Für mehr Stressabbau



Der dritte und letzte volle Tag in Wien war ein Sonntag. Nachdem wir in der Nacht zuvor ziemlich lange bei der Aftershow Party geblieben waren und danach noch super lange in Evas Wohnung bei einer Kanne Tee gequatscht hatten, beschlossen wir es langsam anzugehen und erstmal auszuschlafen. Gegen Mittag schafften wir es dann aus unseren Betten, frühstückten ausgiebig und machten uns dann auf den Weg zum Bring and Buy, welches die österreichischen Lolitas an diesem Tag organisierten. Das Bring and Buy war super organisiert und ich wurde sogar fündig und kaufte mir Socken und ein Armband von Metamorphose und einen super süssen schwarzen Bolero von Bodyline. Eva gefiel das es auch ganz gut und sie erstand sich auch ein Accessoire, das ihr sehr gut gefiel. Ich freute mich total, dass ihr diese Lolita-Veranstaltung so gut gefiel. 

Ich hatte an dem Nachmittag noch die Chance mich von all den lieben Lolitas zu verabschieden, die nicht aus dem Alpenländchen stammen und die ich nun leider für eine Weile nicht werde sehen können. Internationale Events sind wirklich wunderbar, aber ich bin auch immer etwas traurig, dass ich so viele liebe Menschen dann so lange nicht mehr sehe. 




Da es ein Sonntag war und ausserdem bitterkalt, hatten wir nach dem Bring and Buy keine Lust uns noch besonders anzustrengen. Wir beschlossen unser Glück zu versuchen und beim Theater nachzusehen, ob es noch Restkarten für das Musical Mozart zu erstehen gäbe. Wir hatten dann auch tatsächlich die Möglichkeit Karten zu kaufen. Danach gingen wir in ein veganes Fast Food Lokal, weil mir Eva beweisen wollte, dass auch Veganer Burger und Pommes zubereiten können. Ich muss auch zugeben, dass ich ziemlich beeindruckt von dem Essen war. So beeindruckt, dass es die einzigen Fotos waren, die ich an dem Tag schoss. 

Nach dem Essen besuchten wir dann das Musical. Ich mag Musicals sehr gerne, überhaupt gehe ich total gerne in Shows und ins Theater, falls es euch noch nicht aufgefallen sein sollte. Mozart gefiel mir ziemlich gut. Es gehört zwar nicht zu meinen Musical-Highlights, aber es war auf jeden Fall unterhaltsam und sehenswert. 

Danach war es dann auch schon ziemlich spät und wir fuhren zurück in Evas Wohnung. Am nächsten Morgen musste ich dann auch schon wieder zurück ins Alpenländchen fahren. Es waren wieder einmal drei wundervolle Tage in Wien gewesen und ich war richtig traurig, dass ich meine liebe Freundin schon verlassen musste und die ganzen lieben Lolitas für längere Zeit nicht mehr sehen würde. Wien hat mich nun schon zum vierten Mal gesehen und darf sich noch auf ein paar weitere Besuche gefasst machen! 

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