Kleinadel - Lolita-Treffen in Jegenstorf

17.7.16



Ich vermisste meine Lolitas ganz schrecklich. Stellt euch vor: Ich verbrachte einen ganzen Monat jeden Tag über 8 Stunden damit einfach nur zu lernen. Wahrscheinlich habe ich die Hälfte davon bereits wieder vergessen und eigentlich ist es auch egal und ich muss nicht darüber jammern, weil sich die ganze Mühe gelohnt hat und ich mir meinen Bachelor am Ende geholt habe. Aber einen Monat für Jus-Examen lernen, bedeutete einen Monat auf meine Rüschen zu verzichten. 
Nicht weil ich es nicht tragen dürfte. Sondern, weil ich es in dieser Phase einfach nicht schaffe. Die Anstrengungen, welche die Jahresprüfungen jeweils für mich bedeutet haben, wollte ich auch überhaupt nicht mit Lolita in Verbindung bringen. Lolita-Mode hat für mich, wie ich schon oft betont habe, ihre eigene Magie. Diese Magie würde ich nicht mit diesem Stress und der Anstrengung, die ich mir in der Prüfungssession jeweils antue, in Verbindung bringen wollen.

Ich vermisste also meine Lolitas ganz schrecklich. Und deswegen organisierte ich für das Wochenende nach meiner Diplomfeier kurzerhand ein Lolita-Treffen. 
Am 10. Juli 2016 trafen wir uns gegen 13:00 Uhr am Bahnhof Jegenstorf um gemeinsam das Schloss Jegenstorf zu erkunden.




Das Schloss Jegenstorf wurde schon im Mittelalter erbaut, 1720 dann durch Albrecht Friedrich von Erlach zu einem barocken Landsitz mit Parkanlage umgebaut. Von 1944 bis zum Ende des Aktivdienstes war das Schloss Kommandoposten von General Henri Guisan, im zweiten Stock zeugt heute eine Ausstellung in seinen ehemaligen Räumen von dieser Zeit. Heute gehört das Schloss der Stiftung Schloss Jegenstorf und ist als Museum öffentlich zugänglich. 
Wir freuten uns natürlich sehr, als uns der nette Herr an der Kasse erklärte, dass das Fotografieren im Schloss erlaubt sei. Wir schossen hunderte hübsche Fotos. 




Ich ärgerte mich allerdings ziemlich über das übrige Museumspersonal. Ich habe schon viele Museen besucht und würde meinen, dass ich weiss wie man sich in einer Ausstellung verhält. Für gewöhnlich ist es klar, welche Objekte in einem Museum berührt werden dürfen. Im Schloss Jegenstorf allerdings, ist das alles sehr verwirrend gestaltet: Im ersten Raum darf man sich zum lesen der Ausstellungskataloge an einen alten Tisch setzen, im zweiten Raum darf man überhaupt nichts anfassen und das wird auch klar durch Absperrungen signalisiert. Als wir dann in den dritten Raum kamen und keine Signalisierung das Berühren der Ausstellung verbot, setzten wir uns auf ein Polster. Eine Museumsangestellte kam herbeigeeilt und erklärte uns äusserst unfreundlich, dass man sich nicht auf die Polster niederlassen dürfe. Ich ärgerte mich ziemlich über ihren unhöflichen Ton. 




Abgesehen von der unfreundlichen Behandlung lohnte sich der Besuch jedoch. Das Schloss ist wirklich wunderbar eingerichtet. Ich glaube, es ist das schönste Schloss, das ich bisher in der Schweiz besucht habe. Auch die Parkanlage ist reizend. Wir waren froh, dass viele grosse Bäume Schatten spendeten. An dem Tag war es 30 Grad warm und wir schwitzen schon ziemlich in unseren Lolita-Outfits. Im Schloss war es aber zum Glück angenehm kühl. Neben der Sammlung gab es auch noch eine Sonderausstellung, die wir uns kurz ansahen. Zudem konnte man auf den Turm steigen. Draussen gab es dann auch noch ein Schloss Café in dem sehr leckerer Kuchen und leckere, kühle Erfrischungen angeboten wurden.




Nachdem wir uns das ganze Schloss angesehen hatten, erkundeten wir auch noch die Parkanlage. Wir machten eine Menge Fotos draussen im Grün, bevor wir dann gemeinsam zurück nach Bern fuhren. In Bern begaben wir uns noch in die Sattler Bar um uns nach dem Tag in der Hitze ein leckeres Eis zu gönnen. Es war total schön einige der lieben Lolitas endlich wieder zu sehen, ich genoss den Tag in vollen Zügen und feierte damit auch ein bisschen die Rückkehr zu meiner kreativen Seite. Für diesen Sommer habe ich zwei bis drei Lolita-Fotoshootings geplant und werde ich hoffentlich noch an einem Treffen teilnehmen oder selber eines organisieren. Keine Anstrengung der Welt ist es wert, dass man sich der Magie berauben lässt. 

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2 Kommentare

  1. Je ne crois pas t'avoir jamais vue en blanc ! Tu es merveilleuse ! Rafraîchissante ! :D

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    1. Oui, je ne porte pas beaucoup de blanc. Mais je me réjouis que tu l'aime! Merci :-*

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